Tag der Ehrbarkeit 2026
Deutschlands neue Konferenz für werteorientierte Unternehmensführung
Am 31.08.2026 trafen sich in Hamburg rund 120 Führungspersönlichkeiten zum ersten Tag der Ehrbarkeit der Versammlung Ehrbarer Kaufleute e.V. (VEEK). Unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher diskutierten sie über werteorientierte Unternehmensführung. Der Konsens der Unternehmerinnen und Unternehmer, CEOs und Führungskräfte am Ende des Tages in den Räumen der Kühne Logistics University: Nur Ehrbarkeit im Sinne von Haltung und Respekt sichert langfristigen Erfolg.

Schirmherr: Hamburgs Erster Bürgermeister
Dr. Peter Tschentscher
Ehrbarkeit ist kein Luxus
Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft diskutierten über werteorientierte Unternehmensführung und kamen zu dem Schluss: Ehrbarkeit ist unverzichtbar.
Namhafte Impulse und praxisnahe Workshops
Expertinnen und Experten gaben Impulse aus unterschiedlichen Perspektiven. Dr. Michael Schleef, CEO HSBC Bank Deutschland, ist davon überzeugt, dass genau in der Ehrbarkeit die Zukunftsfähigkeit der Finanzbranche steckt. Prof. Dr. Maja Göpel, Politikökonomin und Transformationsforscherin, forderte verantwortungsvolle Unternehmen, die die Demokratie schützen. Birgit Lohmeyer, Schriftstellerin und Veranstalterin des Demokratie- und Toleranzfestivals "Jamel rockt den Förster“, sieht im Rechtsextremismus ein wichtiges Wirtschaftsthema. Und Antje von Dewitz, Geschäftsführerin und Gesellschafterin des Outdoorausrüsters VAUDE, zeigte, wie sie Verantwortung und Nachhaltigkeit als unternehmerische Praxis lebt.
Um die konkrete Umsetzung der Ansätze vom Vormittag ging es in den anschließenden Workshops. Die Teilnehmenden der Konferenz erarbeiteten gemeinsam mit den Expertinnen und Experten Handlungsempfehlungen zu Haltung bei unternehmensinternen Transformationsprozessen, in Zeiten von Polarisierung und zu wirtschaftlichen Grenzen von Haltung. Der gemeinsame Tenor: Haltung ist das Fundament langfristigen Erfolgs und diese Haltung muss kommuniziert werden.
„Die Zumutung der Ehrbarkeit" als starker Abschluss
Den Abschluss der Konferenz bildete eine gemeinsame Diskussion unter dem Titel „Die Zumutung der Ehrbarkeit", in der die Erkenntnisse des Tages zusammengeführt wurden. Die Stimmung im Saal war, wie schon den ganzen Tag, ausgesprochen positiv, die Gespräche anregend und dicht. Die Teilnehmenden nahmen neue Impulse für eine wertebasierte Unternehmensführung mit und eine gestärkte Haltung für Demokratie und Toleranz in Wirtschaft und Gesellschaft.
Der Erste Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher, unterstrich die Aktualität der Ehrbarkeit: „Ehrbarkeit mag altbacken klingen, ist aber eine sehr moderne Haltung. Langfristiger wirtschaftlicher Erfolg entsteht nicht allein aus dem eigenen Vorteil. Er braucht auch den Blick auf die Interessen anderer: auf Handelspartner und Konsumenten ebenso wie auf die Gesellschaft und die Umwelt.“ Rücksichtnahme, Kooperation und Verantwortung seien damit wesentliche Voraussetzungen für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.
„Je größer die Unsicherheit, desto wichtiger die Haltung. Ehrbarkeit ist kein Luxus. Sie ist eine Voraussetzung für Vertrauen und damit für langfristigen Erfolg.“, so Jochen Spethmann, Vorsitzender der VEEK.
Zitate

„Wahrhaftigkeit ist die wichtigste Grundlage für alles. Dazu gehört auch, dass beim Bilanzieren Worte und Zahlen möglichst gut die Realitäten und Wirkungen abbilden.“
„Corporate Political Responsibility (Mitverantwortung von Unternehmen für demokratische Rahmenbedingungen), bedeutet, dass Unternehmen immer auch politisch sind und politische Verantwortung tragen. Unternehmen können nicht nur Forderungen an die Politik stellen, sie haben auch die Pflicht, die Demokratie und damit die Rahmenbedingungen zu verteidigen, die nachhaltige Geschäftsmodelle erst ermöglichen.“
„Die eigentliche Zukunftsfrage lautet nicht nur, ob wir noch effizienter, digitaler oder globaler werden – sondern ob wir dabei ehrbar bleiben. Ich bin überzeugt: Genau darin liegt die Zukunftsfähigkeit der Finanzbranche.“
„Ehrbarkeit ist älter als jede Managementmode, schlichter als jede Governance-Formel und zugleich anspruchsvoller als jedes Zielsystem. Für mich heißt das: Charakter, Verantwortung und Verlässlichkeit. Und es bedeutet, nicht nur zu fragen, ob etwas legal, profitabel und effizient ist, sondern ob es auch richtig und legitim ist.“


„Führung beginnt mit Haltung. Unternehmensführung ist nicht nur operatives Management – sie ist Werteträger. Wer schweigt, sendet ein Signal. Wer spricht, schafft Orientierung.“
„Rechtsextremismus ist auch ein Wirtschaftsthema, vollständige Neutralität ist eine Illusion und wirkt unglaubwürdig. Unternehmen, die zu allem schweigen, werden von allen Seiten als opportunistisch wahrgenommen.“
„Ehrbares Unternehmertum bedeutet für mich, Verantwortung für die Auswirkungen des eigenen Handelns zu übernehmen – ökonomisch, ökologisch und sozial, am eigenen Standort ebenso wie in der globalen Lieferkette."
"Nachhaltige Transformation braucht Haltung und unternehmerische Stärke zugleich: Entscheidend ist, ökologische und soziale Verantwortung so in das Geschäftsmodell zu integrieren, dass daraus langfristig wirtschaftlicher Erfolg entstehen kann."


"In einer Zeit rasanter technologischer Umbrüche, globaler Krisen und Wettbewerbsdruck brauchen Unternehmen mehr als nur funktionierende Compliance-Regeln: Sie brauchen ein inneres Kompass-System."
"Ehrbarkeit schafft Vertrauen - und Vertrauen ist die härteste Währung in der Wirtschaft. Wenn wir wollen, dass Innovationen nachhaltig und zum Wohl der Gesellschaft wirken, müssen Verlässlichkeit, Anstand und unternehmerische Verantwortung die Basis unseres Handelns sein. Mit unserem Operations Mindset, das u. a. auch Kernbestandteil unserer Lehre ist, schaffen wir eine handlungsorientierte Grundlage, die in jedem Unternehmen zum Tragen kommen kann."
Impressionen
Fotos: Ulrich Perrey
Über die VEEK
Die Versammlung Ehrbarer Kaufleute zu Hamburg e.V. (VEEK) ist mit rund 1.000 Mitgliedern die größte werteorientierte Vereinigung der deutschen Wirtschaft. Seit 1517 setzt sie sich unter dem Leitspruch „Ehrbarkeit ist nicht verhandelbar!" für verantwortungsvolles Unternehmertum, Integrität im Wirtschaftsleben und die Leitidee des Ehrbaren Kaufmanns ein.
Zum Abschluss noch einige Zahlen
Das aktuelle Polarisierungsbarometer 2025 (MIDEM/TU Dresden) zeigt: 81 Prozent der Deutschen nehmen eine gespaltene Gesellschaft wahr, jede vierte Person sogar eine „sehr starke Spaltung". Zugleich zeigt die Studie: Bei Wirtschaftsthemen wie internationale Handelsbeziehungen sind ideologische und emotionale Gräben nicht so tief wie etwa bei Klima oder Migration. Sachliche Diskussion und Kompromissfindung sind in der Wirtschaft deutlich eher möglich. Beim Tag der Ehrbarkeit zeigten Wirtschaftsakteur:innen Haltung, statt sich der Polarisierung zu entziehen. Sie leisten damit einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, der über das eigene Geschäft hinausreicht.
Gleichzeitig zeigen die Zahlen, wie relevant Polarisierung auch für die Wirtschaft ist: 53,5 Prozent der Deutschen wünschen sich mehr Umverteilung, 48,2 Prozent mehr Schutz einheimischer Unternehmen vor ausländischer Konkurrenz, nur rund ein Viertel setzt auf Freihandel. Wirtschaftspolitische Grundsatzfragen bewegen also breite Mehrheiten, ohne (noch) in Lagerbildung zu eskalieren. Das macht den Ehrbaren Kaufmann zu einer Stimme mit Gewicht: Er steht für Verlässlichkeit und Verantwortung über den eigenen Vorteil hinaus, zeigt glaubwürdig Haltung, bevor Fronten sich verhärten.