Webinar "Die Kunst, vom Wissen ins Tun zu kommen"
Die meisten Unternehmen haben kein Wissensproblem. Sie haben ein Umsetzungsproblem.
Strategien sind entwickelt, Ziele formuliert, Maßnahmen beschlossen. Trotzdem bleibt im Alltag oft eine Lücke zwischen dem, was wir wissen und wollen und dem, was tatsächlich passiert.
Wie lässt sich diese Lücke schließen? Darum ging es beim VEEK-Webinar am 09. September 2026 „Die Kunst, vom Wissen ins Tun zu kommen“ mit Yvonne Rattay.
Yvonne Rattay stellte sieben Hebel in den Mittelpunkt: ein klares Zielbild, echtes Commitment, konsequente Kommunikation, ehrliche Umsetzung, Haltung, Befähigung und sichtbaren Fortschritt. Zusammengefasst führen sie zu drei zentralen Fragen:
Ist die Richtung klar? Handeln wir konsequent? Sind die Menschen überhaupt in der Lage, das Vereinbarte umzusetzen?
Gerade beim Thema Commitment wurde deutlich, dass Zustimmung allein nicht reicht. Widerspruch vor einer Entscheidung kann wichtig und wertvoll sein. Ist die Entscheidung getroffen, braucht es aber die Bereitschaft, die gemeinsame Richtung auch wirklich mitzutragen. Genauso wenig genügt es, Menschen zu sagen, was sie tun sollen. Sie brauchen Zeit, Kompetenzen, passende Systeme und die nötigen Entscheidungsbefugnisse, damit aus einer Strategie im Alltag tatsächlich Handeln werden kann.
Wie nah diese Fragen an der Unternehmenspraxis liegen, zeigte sich anschließend in der Diskussion. Aus dem Kreis der Teilnehmenden kamen unter anderem diese Fragen:
Funktioniert klassisches Change Management in einer Welt permanenter Veränderung überhaupt noch?
Wie viel konstruktiven Widerstand braucht ein Team, damit aus einer vorgegebenen Strategie die eigene wird?
Woran erkennen Führungskräfte, ob tatsächlich an der Umsetzung gearbeitet wird oder ob Beschäftigung nur Fortschritt suggeriert?
Damit war schnell klar: Umsetzung ist keine rein methodische Frage. Sie hat immer auch mit Haltung zu tun.
Yvonne Rattay brachte es auf den Punkt: Haltung zeigt sich dort, wo es unbequem wird.
Ehrbarkeit bleibt damit kein abstrakter Anspruch. Sie wird im Handeln sichtbar: wenn Zusagen eingehalten, Schwierigkeiten offen angesprochen und Entscheidungen auch dann getragen werden, wenn es etwas kostet.
Am Ende entscheidet eben nicht, was wir wissen oder planen.
Entscheidend ist, was wir tatsächlich tun.
Vielen Dank an Yvonne Rattay für den Impuls und an alle Teilnehmenden für die Fragen und den offenen Austausch.