Geschichte

Ein Modell der „Wapen von Hamburg“. Das Schiff bauten die Hamburger Kaufleute im 16. Jh. zur Verteidigung der Handelsschiffe

Ursprung und Tradition der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns reichen, wie schon der Name zeigt, weit in die Geschichte Hamburgs zurück. Bereits im Jahre 1517 wählten die den Seehandel betreibenden Hamburger Kaufleute einen Vorstand, der „alles Notwendige zu des Kaufmanns Nutzen fördern und Nachteile verhüten” sollte.

Gründungsbuch der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg e.V.

Unser historisches Gründungsbuch können Sie hier betrachten. Wir danken dem Staatsarchiv Hamburg für die Überlassung der Reproduktion!

Zur ursprünglichen Aufgabe des Ehrbaren Kaufmanns  gehörte die Verteidigung des freien Handels gegen äußere Feinde ebenso wie die Sorge für die Ordnung in den eigenen Reihen und hier nicht zuletzt die Regelung und Schlichtung von Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten. Hinzu kam die Schaffung von Einrichtungen, die dem kaufmännischen Geschäftsverkehr dienten wie etwa die Gründung der Börse im Jahre 1558 und wenig später die Organisation eines eigenen Boten‑ und Postwesens. Zunehmende Bedeutung erlangte ferner die Vertretung der Interessen der Kaufmannschaft gegenüber dem Stadtregiment. Die Bezeichnung „Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns” zeugt von dem Selbstbewusstsein der Kaufmannschaft gegenüber einem „Ehrbaren Rat” der Stadt.

Auch nachdem im Jahre 1665 aus der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns die Commerz‑Deputation, die Vorläuferin der Handelskammer, errichtet und gewählt worden war, bestimmte die Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns noch lange Zeit die Grundsätze und die Richtlinien der Arbeit der Commerz‑Deputation. Der Ehrbare Kaufmann blieb bis in die Neuzeit, bis zum Jahre 1933, Wahlkörperschaft der Commerz‑Deputation und später der Handelskammer. Aus dieser geschichtlichen Entwicklung erklärt sich der jeweils zum Jahresende der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns gegenüber erstattete Bericht des Präses der Handelskammer mit einem Überblick über die wirtschaftliche Gesamtsituation und über die Tätigkeit der Handelskammer.

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg haben Hamburger Kaufleute der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns einen neuen Wirkungsbereich eröffnet. Die Mitglieder des 1955 gegründeten, eingetragenen Vereins haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Grundsätze von Treu und Glauben im Geschäftsverkehr in besonderem Maße zu beachten und „Handlungen zu unterlassen, die mit der Ehre und dem Anspruch auf kaufmännisches Vertrauen nicht zu vereinbaren sind” (Art. 2 I der Satzung).

Die Mitglieder des Ehrbaren Kaufmanns sind berechtigt, das Signet der Vereinigung auf ihren Geschäftsunterlagen zu führen. Ein ehrenrühriges Verhalten kann innerhalb des Vereins nach Durchführung eines Beschwerdeverfahrens geahndet werden, in schweren Fällen auch mit dem Ausschluss aus der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns.

Der Ehrbare Kaufmann sieht seine Aufgabe auch darin, über den Kreis der Mitglieder hinaus im Sinne seiner Zielsetzung zu wirken. Dazu dienen Vorträge, Wettbewerbe und sonstige Veranstaltungen, die sich insbesondere auch an den kaufmännischen Nachwuchs richten und die jungen Leute veranlassen sollen, sich mit Fragen kaufmännischer Ethik auseinander zu setzen. Der Ehrbare Kaufmann ist Mitinitiator der seit 2003 bei PRO HONORE e.V. eingerichteten Hamburger Vertrauensstelle zum Schutz vor Kriminalität in der Wirtschaft, die als private Anlaufstelle für Menschen dient, die Kenntnisse von solchen Vergehen haben und diskrete Hilfe suchen, um diese Delikte ohne Furcht vor Repressalien einer Verfolgung zuführen zu können. Ferner bieten wir gemeinsam mit der Hamburg School Of Business Administration (HSBA) Master-Studiengänge mit wirtschaftsethischen Schwerpunkten an.

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